EINE ART GALERIE

Festivaltag für Festivaltag waren Martin Wenk & Florian Diehl bzw. Barbara Palffy (für die Bühnenfotos von The Butt und SMARTOPER) und Nick Mangafas (für die Bühnenfotos von OPERA OF ENTROPY, OPERAN! Übers Entkommen) im Werk X unterwegs um Eindrücke von der zweiten Ausgabe der MUSIKTHEATERTAGE WIEN für euch festzuhalten. Hier haben wir für euch eine Art Galerie zusammengestellt. Schön, dass ihr dabei wart!

 

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Sieben Dinge für Dazwischen

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Foto: Martin Wenk & Florian Diehl

Auch das schönste Festival geht zu Ende, das war bei der ersten Ausgabe der MUSIKTHEATERTAGE WIEN so, und ist nun bei der zweiten Ausgabe nicht anders, die von 30. August bis 11. September zum Thema WELTFLUCHT im Werk X im Meidlinger Kabelwerk stattgefunden haben.

Um dir die Tage danach ein wenig zu erleichtern, haben wir dir sieben Dinge ausgesucht, die dein Leben zwischen MUSIKTHEATERTAGE 2016 und der dritten Ausgabe 2017 ein bisschen bunter machen können:

No. 1: Lies das Festbook durch – nun hast du Zeit dazu! Du hast noch keines? Einige Exemplare sind noch übrig: wir schenken dir gerne eines! Melde dich bei uns auf Facebook, Twitter oder per Mail unter der Adresse office@mttw.at und gib Bescheid, wann du es in unserem Büro in der Kandlgasse abholen magst.

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Foto: Kunsthalle Wien

No. 2: Statte der Kunsthalle Wien einen Besuch ab: neben der Ausstellung zu Nathalie Du Pasquier ist auch noch die Ausstellung „Beton“ zu sehen.

No. 3: Nütz die viele Post-Festival-Freizeit und lies wieder Zeitung! Mit einem Standard-Abo kannst du sicher sein, dass du nicht nur eine feine Zeitung vor die Haustür kriegst, sondern auch am neuesten Stand bist: die Ankündigung der nächsten MUSIKTHEATERTAGE WIEN wird da bestimmt wieder zu lesen sein. Und das willst du doch nicht versäumen?

No. 4: Lade Gäste ein und bringe sie im Magdas unter. Oder verbringe selbst einen Kurzurlaub dort. Zum zweiten Mal haben wir all unsere Festival-Gäste hier untergebracht und können es uneingeschränkt empfehlen!  14141999_1405675886113937_8222550392531083079_n

No. 5: Zuflucht und Weltflucht an kalten Wiener Winterabenden bietet das Metrokino!

No. 6: Schau doch mal bei den Kulturfritzen vorbei: auf Twitter, Facebook, Instagram und auf dem Blog wirst du über Events zu Kultur und Digitalem in Wien und Berlin und mitunter auch anderswo informiert.

No. 7: Eine Lektüreempfehlung: Holger Kurtz von Musik mit allem und viel scharf war als Blogger an einem MUSIKTHEATERTAGE-Wochenende zu Gast. Hier erzählt er von seinen Erlebnissen in Wien.

fp7hsuisFür die nächsten Tage haben wir auf unseren Social Media Kanälen noch einige Schmankerl für euch: Fotoalben, Rückblicke und freilich auch Ausblicke. Registriere dich für den Newsletter – sobald das Datum für die MUSIKTHEATERTAGE WIEN 2017 feststeht erfährt du es so zuerst!

Nach der WELTFLUCHT ist vor der WELTFLUCHT. Diese Erkenntnis zog nun ein(e) Art Director aus dem Festival und hat nach drei Wochen im Kabelwerk die U6 Station Schöpfwerk für sich als ESKAPISMUS STRAND entdeckt. Und wo ist deine Art Weltflucht?

DANKE, dass ihr auch heuer wieder dabei wart!

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EINE ART WELTFLUCHT

13923633_1382345961780263_2003995967094599676_oIn der zweiten Hälfte der diesjährigen Ausgabe der  MUSIKTHEATERTAGE WIEN steht noch einiges am Programm: zwei weiteren Premieren – H/A/U/T und GREAT SOUND IN THE RUSH, mit ESKAPISMUSSTRAND UND POLAR NIGHT, mit weiteren Vorstellungen von OPERAN! Übers Entkommen und SMARTOPER. Und vor allem zwei TALKS, zum einen, nach der Premiere von GREAT SOUND IN THE RUSH über  Theater zwischen Widerstand und Anpassung.

Zum anderen findet im Anschluss an die Vorstellung von „OPERAN! Übers Entkommen“ am 7. September jener TALK statt, der sich um das Festivalthema dreht: WELTFLUCHT: Dr. Bertl Mütter (Spielertrainer, Operan! Übers Entkommen), Prof. Dr. Alfred Springer (Ehemaliger Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Suchtforschung), Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow (Künstlerin, Philosophin) sprechen mit Festival-Directors-Hälfte Georg Steker über Erlaubtes, Unerlaubtes, den Freien Willen und unsichtbare Grenzen.

Die Hypothese: Unsichtbare Grenzen erschweren eine Umkehr bis ins Unmögliche und oft ist die Flucht endgültig. Doch wie selbst gewählt ist dieses Entkommen;wie selbstbestimmt lässt die uns umgebende Gesellschaft es zu?


Wir haben auf unseren Social Media Kanälen nach eurer persönlichen Art Weltflucht gefragt. Hier findet ihr einen Auszug der Antworten:

Manchmal verbindet man Weltflucht mit einem Ort:

 

 

Manche verbinden Weltflucht mit Kunst:

Manche verbinden Weltflucht mir einem Sprung – ins kalte Wasser? Ins Leben? Wohin?

Manche verbinden Weltflucht mit neuen Realitäten:

Manchmal ist Weltflucht auch nur ein Wort:

Manchmal ist Weltflucht auch eine Wirtstochter:

Und auch die MUSIKTHEATERTAGE WIEN, das WERK X – eine Art Weltflucht:

Auch weiterhin freuen wir uns über Einsendungen, bis Freitag gibt es noch die Möglichkeiten zu gewinnen! Hier findest du Infos zum Gewinnspiel!

Wir freuen uns darauf, DICH beim Weltflucht-Talk zu begrüßen!

 

 

 

 

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Tagebuch von eine(m) Art Director #14

imfluss – aus der Mitte

von Georg Steker

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Foto: Martin Wenk & Florian Diehl

Müde. Die Menge an selber zu erledigenden Dingen, und die Menge an Tätigkeiten, um deren Erledigung man MitarbeiterInnen bittet, letztlich aber auch im Hinterkopf behält, bis man sie abhaken kann, ist gerade beträchtlich. Einmal frühmorgens aufgewacht, wird die Liste des noch Unerledigten immer länger. Weiterschlafen keine Option. Dankbarkeit für eine tolerante und unterstützende Partnerin, und ein sanftmütiges Baby.

Die innere Unruhe merklich, manchmal mischt sich Hektik dazu. Abstellen.
Manchmal ein Anflug von Dünnhäutigkeit. Abstellen.

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Foto: Martin Wenk & Florian Diehl

Vergiss nicht, es auch mal aus der Sicht der MitarbeiterInnen zu sehen, um kooperativ zu bleiben. Vergiss nicht, Danke zu sagen, auch wenn einfach genau das ist, was geplant und besprochen war, also keine Extra-Freude in dir aufsteigt. Selbstverständlich ist nichts, und den anderen geht es gerade ähnlich wie dir, also: Es ist ein kleines Wort, aber mit großer Wirkung.
Noch eine Woche voller Einsatz: Alles raus holen aus den Möglichkeiten und Ereignissen, auf die man das gesamte letzte Jahr hin gearbeitet hat. Sich immer wieder raus nehmen um mit ein bisschen Distanz sich freuen können. Spät abends nach Hause fahren, über den Hergang aller Dinge ins Lächeln kommen. Fast ein bisschen stolz sein.

Schlafen legen. Bald mehr davon! Bestimmt!

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Foto: Nick Mangafas

Bis dahin jedoch, auch dem Publikum den Schlaf rauben: mit zwei weiteren Premieren – H/A/U/T und GREAT SOUND IN THE RUSH, mit ESKAPISMUSSTRAND UND POLAR NIGHT, mit weiteren Vorstellungen von OPERAN! Übers Entkommen und SMARTOPER. Und vor allem mit zwei TALKS, Theater zwischen Widerstand und Anpassung zum einen und dem WELTFLUCHT-TALK zum anderen: Dr. Bertl Mütter (Spielertrainer, Operan! Übers Entkommen), Prof. Dr. Alfred Springer (Ehemaliger Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Suchtforschung), Prof. Dr. Elisabeth von Samsonow (Künstlerin, Philosophin) sprechen über Erlaubtes, Unerlaubtes, den Freien Willen und unsichtbare Grenzen. Schauen Sie vorbei! Wir freuen uns!

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Eine Art Gewinn

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Foto: Kunsthalle Wien

EINE

ART

WELTFLUCHT

 

 

 

Eskapismus, auch RealitätsfluchtWirklichkeitsflucht oder Weltflucht, bezeichnet die Flucht aus oder vor der realen Welt und das Meiden derselben mit ihren Anforderungen zugunsten einer Scheinwirklichkeit, d. h. imaginären oder möglichen besseren Wirklichkeit.

13931519_10205820676349252_1733981582_oAlkohol, Drogen, Pokemon-Go, Game of Thrones, Religionen aller Art, die „schönen Künste“, Hollywood-Blockbuster, Porno-Webseiten, Urlaub im Baumhaus oder auf den Fidschi-Inseln – oder gar eine Art Oper? Was bedeutet WELTFLUCHT für dich? Poste dein Weltfluchtfoto auf Twitter oder Instagram und tagge es mit dem Hashtag #1ArtWeltFlucht oder poste es auf unsere Facebook-Seite.

Unter euren Fotos verlosen wir ab nun jeden Freitag bis zum Festivalende (26. August, 2. September, 9. September jeweils um 12.30 Uhr) jeweils 3 x 2 Wertscheine für eine Wunschvorstellung. Diese Wertscheine kannst  du an Geldes statt nach der Vorstellung ins Körberl werfen kannst. Denn falls Dich die News noch nicht erreicht hat, bei allen Vorstellungen des Festivals gilt heuer: Pay As You Want – zahle, was es Dir wert ist. Doch wer einen Wertschein hat, zahlt mit diesem! Unter allen Einreichungen bis 9. Sept. 12,30 Uhr verlosen wir auch zwei Festival-Shirts. 13962963_1378721325476060_67220852763734462_o

Womit wir vom MUSIKTHEATERTAGE-Team WELTFLUCHT assoziieren findest du ab nun täglich auf unseren Social Media Kanälen.

 

 

 

 

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Tagebuch von eine(m) Art Director #13

Damit was weiter geht!

 von Georg Steker

PK_MTTW_2015_2Wenn man was Neues anfängt, gibt es allermeist – und das ist ja grundsätzlich gesund – eine große Menge an Idee und Plänen, von denen man schließlich nicht alle umsetzt.Im besten Fall aber doch die Wichtigsten. So geschehen bei MUSIKTHEATERTAGE WIEN.

Ein Anreiz, das Festival überhaupt zu machen, war für mich, mit den Uraufführungen weiter zu gehen, als bis zur üblichen ersten Aufführungsserie in Wien. Dort ist dann nämlich bei den allermeisten Projekten auch schon wieder Schluss. Mich interessierte , was es braucht, um die richtigen Wege zu Gastspielen und zu den angesagten Festivals im Ausland zu finden. Und so haben Thomas Desi und ich uns an die Arbeit gemacht, unser Netzwerk an internationalen ProduzentInnen und Veranstaltern im Bereich Neue Musik/Neues Musiktheater/ Performing Arts zu entwickeln. Das war verbunden mit vermehrten Besuchen anderer Festivals, Klinkenputzen bei renommierten und etablierten Theaterhäusern, Einladungen zu Netzwerk-Treffen, u.a. Der Verbrauch an Visitkarten stieg merklich.

wpid-20150823_164427.jpgEs gab viel zu lernen, etwa über die österreichische Anmaßung, der Nabel der Musikwelt schlechthin zu sein. Das mag für das Segment Symphonieorchester und Großes Opernhaus wohl gelten, gewiss nicht für Zeitgenössische Musik und Neues Musiktheater.

Außerdem erlangte ich Gewissheit, dass in anderen europäischen Ländern und den USA oft eine ganz andere Leichtigkeit im Umgang mit der Ernsten Musik und seinen Ausprägungen im Theater  vorherrscht. Mein Schluss: Das könnte etwas mit dem nicht vorhandenen Traditionsballast zu tun haben, mit dem sich die (historisch gewachsene) österreichische Repräsentationsaufrechterhaltung so müht. Ich bin gar nicht sicher ob Begriff wie Hochkultur in den Niederlanden oder Belgien überhaupt eine Rolle spielen?!

Aber am wichtigsten zu lernen war: „Die Anderen kochen auch nur mit Wasser!“ (5 EUR ins Phrasenschwein, soll sein!).

In der Entwicklung des Festivals haben wir uns daher auch daran gemacht, ein Producers Meeting zu planen, das nun jährlich im Rahmen der MUSIKTHEATERTAGE veranstaltet wird und zu dem wir international agierende ProduzentInnen – hauptsächlich aus Europa –  einladen.

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disPLACE, MTTW 2015, Foto: Nick Mangafas

Grund 1 ist, unsere Eigen- und Koproduktionen des Festivals den eingeladenen ProduzentInnen zu zeigen, um auf dadurch Gastspiele dieser Produktionen wahrscheinlicher zu machen.Keiner kauft die Katz’ im Sack und 5minütige Vimeo-Clips haben auch noch selten ein Engagement einer Bühnenproduktion bewirkt.

Grund 2: Netzwerk Netzwerk Netzwerk! Wie der/die kundige Leser/in sicherlich weiß, trägt dieses Zauberwort nicht sofortige, aber doch mittelbare Entwicklungskräfte in sich.

In unserem Geschäft sind persönliche Kontakte wichtig, um Arbeitsweise und künstlerischen Wahrheiten des Gegenübers kennen zu lernen.  Das ist oft ausschlaggebend für eine mögliche Kooperation, in der man dann kollegial ein gemeinsames künstlerisches Ergebnis schaffen möchte.

Wir nutzen unser PRODUCERS MEETING in Wien auch dazu, unsere KollegInnen im Bereich Musiktheater in Österreich, die im übrigen überwiegend qualitätsvolle Projekte umsetzen, eine Plattform zu schaffen – und das soll nicht anmaßend klingen.

An zwei Meeting-Tagen zeigen wir alle Eigen- und Koproduktionen des diesjährigen Festivals (DANKE an die nach den 48 Stunden erschöpfte Technik/Umbau Crew), initiieren Round-Table-Gespräche, Vorstellungsrunden für Einzelkünstler und Kollektive, machen kurze Pitchings für kommende Projekte, und verbringen einige Zeit im lockeren Plausch unter KollegInnen, um die Weichen für künftige Zusammenarbeiten zu stellen.

Finanziert wird  dieses Unterfangen nicht aus Mitteln, die für Bühnenbilder oder KünstlerInnen-Honorare gedacht sind, sondern aus einem kleinen Fördertopf für Vernetzungarbeit.

Wir freuen uns also nicht nur auf die zweite Ausgabe der MUSIKTHEATERTAGE ab 30. August, sondern auch auf das zweite Producers Meeting in der Zeitgenössischen Musik. Damit (wieder) was weiter geht!

 

 

 

 

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Tagebuch von eine(m) Art Director #12

PAY AS YOU WANT im Kontext einer allgemeinen Werte-Diskussion.

Von Thomas Desi

wpid-eineartkultur.pngViel wurde seit dem Abschluss des ersten Festivals der MUSIKTHEATERTAGE WIEN in Österreich und in Europa von Werten gesprochen. Eine Werte-Diskussion hält an, Werte-Kurse wurden gefordert.
Was aber meint das Wort „Werte“ (im Plural!)?

In einer nunmehr fast ausschließlich durch Geldwerte bestimmten Welt scheint es geradezu logisch, auch hier rein ökonomische Werte zu vermuten.
Nein, weiß jeder und jede, hier ist etwas anderes damit gemeint.
Es sind kulturelle Werte gemeint, und da klingelt es bei mir: He, Thomas, das betrifft dich doch! Ja, es kann nicht in Abrede gestellt werden, dass Kunst irgendwie mit Kultur zusammen hängt.
IMG_1294_2Ich habe nicht den Eindruck, dass Kunst in Österreich in der aktuellen Politik und Gesellschaft einen großen Stellenwert hat. Warum wird dann plötzlich mit kulturellen Werten argumentiert? Die Vereinnahmung der Kunst durch die Politik als ideologischer Wert ist unübersehbar. Was ich sagen will: Mit dem allgemeinen Ruf nach Werten wird geradezu bestätigt, wie zentral und wesentlich wichtig die Kunst in einem Land für das Funktionieren der Gesellschaft ist!
Ja, das sehe ich absolut so. Doch habe ich da einen Beigeschmack, wenn die Politik gerade dann Kultur einmahnt, wenn alles andere versagt. Weil ich es dieser Politik nicht abnehme.E scheint, dass nicht Kultur und Kunst als eigenständiger und absoluter Wert betrachtet wird, sondern lediglich als Mittel zum Zweck, denn am Ende steht wieder nur der ökonomische Wohlstand, mit dem der soziale Friede gewahrt bleiben soll.
Gegen sozialen und allgemeinen Frieden ist auch nicht das Geringste zu sagen, aber ich bin überzeugt, dass sich kulturelle Werte für den Einzelnen nur schwer in einen ökonomischen Wert umrechnen lassen.

11224497_1139232186091643_5133254806991508405_oIm genau diesen Sinn bieten nun die MUSIKTHEATER TAGE WIEN einen ECHTEN Wertekurs für ALLE an!

Was ist dir unsere Kunst und Kultur wirklich wert, in EURO und ohne das ideologische Schwindeln jener, die hier sich so auffällig plötzlich Kulturelle Werte einzumahnen.
PAY AS YOU WANT fordert auf, über den persönlichen kulturellen Wert die Umrechnung ins Ökonomische selbst vorzunehmen. Schließlich sind wir ja alle mündige Bürger…

Und ich mach mir jetzt mal einen Kaffee.

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EINE ART OBULUS

PAY AS YOU WANT – Zahl’ soviel du willst. Zahl’ was es dir wert ist

Georg Steker+Thomas Desi

Foto: Nick Mangafas

Wir bei  MUSIKTHEATERTAGE WIEN wollen allen einen Zugang zu Neuem Musiktheater bieten. Dass das manchmal an Ticket-Preisen scheitert wissen wir. Daher haben wir uns gedacht, dass unsere Besucher und Besucherinnen selbst entscheiden sollen, wieviel ihnen der Besuch wert ist und was sie dafür ausgeben wollen – oder können.

WIE soll das funktionieren?

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Tickets unter der Festival-Line: 0699 100 181 81 oder Online auf www.mttw.at

Mit einer RESERVIERUNG entweder online auf www.mttw.at) oder telefonisch (0699 100 181 81) kommt man in die Vorstellung.

Nach der Vorstellung ersuchen wir um einen angemessenen Obolus – beim Saal-Ausgang in bar erfolgen oder auch per Bankomat. Somit bestimmst du selbst wie viel dir der Zauber einer Oper wert ist.

Wir verschenken nicht unsere Arbeit. Wir schenken  unserem Publikum das Vertrauen, selbst über den Wert von Kunst zu entscheiden, und somit kulturpolitisch zu agieren. Und freuen uns auf deinen Beitrag.


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Tagebuch von eine(m) Art Director #11

 

von Thomas Desi

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Prototyp: Handgefaltet von eine Art Director.

Es regnet. Wieder? Noch immer? Ist doch schon Frühsommer! Da fällt der Blick auf den Bildschirm leichter. Man muss es einfach so sehen. Es ist im Mai aus dem Freitag der Dreizehnte ein Samstag der Vierzehnte geworden. Und aus dem Mai ein Juni. Das läuft nach Plan. Uff. Gut gegangen, kein Konzertflügel ist mir heute auf den Kopf gefallen. Bin auch nicht George Clooney. Und sonst?
Der Folder für das Festival ist so-gut-wie-fertig. Jetzt nur keine Fehler machen, wir drucken das Ding ja mit 20000 Stück.
Diesmal hat die liebe Noemi Roswitha Hans einen feinen „touch“ in Form einer gelben Linie zum vorjährigen Minimalismus-Layout hinzugefügt, der die Linie – im Wortsinn, wie ihr sehen werdet – fortführt. Graufeinkarton, 330Gramm hat das edle Ding. Fast Bierdeckel-Qualität, könnte man sagen.
Danke Noemi!

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Weltflucht beim Berliner Opernpreis 2016, in der Jury eine Art Director.

Ja, eine „gelbe Linie“ ist bei uns bekanntlich der „rote Faden“, mit Abzweigungen, Knäueln und gelegentlichen Unterbrechungen. Aber: Gelb und Beton rulez!
Und wenn ich mir das Thema vom Festival: „Weltflucht“ anschau, dann hat es sich noch nicht totgelaufen, wie immer man diese Formulierung nun auch interpretieren will. Es ist aber interessant, selbst mit einem solchen Thema rumzulaufen, und die Welt aus solcher Perspektive zu sehen. Man kennt das: Überall und ständig begegnet man dem „Thema“. Bei mir ist das ja so, dass ich das „Gemeinschaftserlebnis“, also das „Soziale“ schon als Legitimation für Theater überhaupt sehe. Heute im Gespräch mit Anne, die unsere Social-Media und Netz-Aktivitäten betreut, haben wir dieses Paradox angesprochen: Zwischen „think global“ und „act local“ gibt es eine Art phänomenologischen Graben, denn, wie soll jemand, der zum Beispiel am Nordpol sitzt oder in der Serengeti und unsere Website oder diesen Blog verfolgt, dann Besucher oder Besucherin der Musiktheaterstücke im Kabelwerk werden? Streaming? Ha! Mitnichten. Die „warm bodies“ sind es doch, und nicht das MacLuhan-sche „Hot Medium“ („Hot“ wie in:  Understanding Media.) Das Internet ist kalt. Ist es das? Aber das Missverständnis muss mal eben schnell aufgeklärt werden, warum auch immer: Bei MacLuhan war einzig und allein die Rede von der Detailliertheit der Auflösung der Bilder. Also: Hohe Auflösung = Hot, niedere Auflösung = Cold. Hm.

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SMARTOPERA eine ZUsammenarbeit mit den Kulturfritzen

Warm Bodies, das ist was ganz anderes, die gibt es sicher nur im realen Erleben.
Das „SMARTOPER“ Projekt – Peter ist über den Titel nicht ganz glücklich, weil ihm mein MEINE ICH OPER besser gefiel – kommt langsam in die Gänge. Ich musste das Konzept am 22.Mai bei den „Operadagen“ in Rotterdam „pitchen“ – vielleicht wird es unser neuer Exportschlager. Der Titel (und das Stück) haben weniger mit sexuellen Deviationen zu tun, als mit „Social Media“ und „Art“ und überhaupt: Eine Art Oper. Eh schon wissen. Merke: Aus „Followers werden Participants“.

Und ich mach mir jetzt erst mal einen Kaffee.

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Tagebuch von eine(m) Art Director #10

Von der Unsichtbarkeit der Kosten in der Darstellenden Kunst

von Georg Steker

Oper ist teuer. Und ich spreche hier nicht von Kartenpreisen, nein, ich meine, was es
kostet eine Opernproduktion zu erstellen!

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disPLACE, mttw15, Foto: Nick Mangafas

Oper und Musiktheater (wollen wir einmal großzügig sein und nicht zwischen Musiktheater und Oper unterscheiden, die merklichen Unterschiede dieser Formen liegen woanders) gelten als die  kostenintensivste Variante aller Bühnenkünste.Warum? Weil es im Vergleich zu anderen Sparten der Darstellenden Künste (Tanz-, Sprech-, Figuren-Theater), eine künstlerischen Ebene mehr hat: die Musik.

Musik will komponiert oder arrangiert und „exekutiert“ werden. Das kommt noch dazu zu den anderen Kosten, die  die Oper mit dem Sprechtheater und anderen Theaterformen gemein hat: Texte und deren Rechte, Kostüme, Bühnebilder, ganz wichtig: Gagen der
DarstellerInnen, Techniker, Regisseure, usw. (und die Kosten für Presse und Social Media, Anmerkung von Presse und Social Media). Natürlich dürfen sich die anderen Sparten auch neu komponierte Musik und Live-Musiker in Ensembles oder Orchester-Verbänden leisten, tun sie aber meist nicht, und wenn doch, dann wissen sie, wovon ich da spreche.

Die Darstellenden Künste sind ja überhaupt ein flüchtiger Genuss. Ist ja nix mehr da nach einer Aufführung. Bleibt ja nichts Angreifbares über vom Zauber, als allenfalls ein Video, womit der hoffentliche Erfolg auf einen Rohling geb(r)annt ist.

Während bei den bildenden Künsten durch eine völlig andere Raum-Zeit-Dimension etwas bleibt, sind Bühnenstücke, welcher Art auch immer, flüchtig. Damit die Tränen des Verlusts nicht ganz so groß sind, wurden die meisten Stück dafür angelegt, wiederholbar und so – theoretisch – für viele Menschen erlebbar zu sein. Das lässt hoffen! Die Stationen der Entwicklung und Formung von Bühnenstücken will ich hier nicht auflisten. Dass das Prozesse von Monaten, oft Jahren sind, kann man sich vorstellen.

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disPLACE, mttw15 Foto: Nick Mangafas

Dieses Kunst-Objekt des Augenblicks also wird erdacht, gebaut, und  sogar reproduzierbar gemacht, um es immer und immer wieder zu zeigen. Eine Großtat künstlerischer Ingenieursleistung. Ein feines und komplexes Ineinandergreifen verschiedenster Gewerke und Gehirne. Jeder  Millimeter ist vermessen, jede Sekunde ist programmiert. Ganze Teams an ExpertInnen investieren Monate, Jahre um etwas noch nicht Gewesenes zu erschaffen. Das Zusammenwirken im entscheidenden Moment – die Aufführung – ist das fast schon lächerlich kurze Endergebnis dieses monströsen Entwicklungs-Prozesses.

Ein neues iPhone auf dem Markt, ein neues Hochhaus, eine neue Serien der PayTV-Kanäle, all das löst mehr Entzücken aus als eine neue Opernproduktion. Warum? Vielleicht, weil wir gar nicht wissen, was das eigentlich an Arbeit bedeutet, und weil wir ohne es zu merken das Theatererlebnis in den Vergleich zur HD/Multimedia-Maschinerie, die uns umgibt, stellen.

Und doch: Auch die dutzenden Menschen mit spezieller Berufserfahrung, die in den Entwicklungsprozess einer Oper eingebunden sind, wollen und sollen bezahlt sein,
so wie die Ingenieure des iPhones und Bauleute des Hochhauses (und auch so, wie die rechtlosen ArbeiterInnen in den chinesischen Fabriken).

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mttw15, Foto: Anne Aschenbrenner

Das betriebswirtschaftliche Argument, dass die Herstellungskosten und die Produktkosten indirekt  proportional zum Absatz – in unserer Fall zur Menge der BesucherInnen  – sind, kann so aber nicht stehen bleiben: Opernkarten sind nicht deshalb teurer, weil weniger ZuseherInnen sich die höheren Herstellungskosten teilen müssen. Schließlich erhalten die Opern-Tempel auch höhere Fördermittel aus kommunalen und staatlichen Töpfen. Sie sind teuer, weil mit der Oper eine bürgerliche Bastion verteidigt wird, die Bastion einer Mittelschicht, die es wahrscheinlich bald schon nicht mehr geben wird.

Das Musiktheater in seiner Erscheinungsform ist schon so eine Art Antwort darauf: will nicht mehr Oper heißen, will keine mehr sein, kümmert sich um aktuellere Themen, von  denen sich mehr Menschen angesprochen fühlen. Das Musiktheater hat die heiligen Hallen der Opernhäuser verlassen. Das Musiktheater schaut nach vorne, experimentiert, sucht  neue Wege, kostet in der Herstellung aber immer noch mehr als andere Formen – die Musik, nicht vergessen!

Der Standesdünkel soll verschwinden und damit auch die Dünkel-Kartenpreise.

Musiktheater ist wie alle darstellenden Künste ein flüchtiger Genuss. Ist ja nix mehr da nach einer Aufführung. Bleibt ja nichts Angreifbares über vom Zauber.

Der Zauber, der aber hoffentlich bleibt. Was ist er Ihnen wert?

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